Erstmals eine Percussion-Klasse

Die Zusammenarbeit von Musikschule und Grundschulen wird weiter ausgebaut

Bernbeuren - Auch wenn derzeit kein Unterricht stattfindet, bereits seit Beginn diesen Schuljahres gibt es in der Bernbeurer Grundschule ein Percussion-Ensemble, welches sich aus Schülern der 2. und 3.Klasse zusammensetzt. Aufgrund des großen Interesses werden die 23 Grundschüler sogar in zwei Gruppen am Schlagwerk (=Percussion) ausgebildet.

Das Ganze soll für die Kinder ein Anreiz sein, (teilweise) ihre ersten musikalischen Schritte zu wagen. Für den Unterricht stehen Glockenspiele, Djemben (Bechertrommeln) und Übungspads mit Sticks zum leisen Proben zur Verfügung. Die gleichen Dreiersets haben die Kinder auch noch einmal zu Hause, damit das Hin- und Herschleppen entfällt und dem Üben daheim nichts im Wege steht. Wie schon die Bläserklasse im Jahr davor, kam dieses Projekt gemeinsam mit der Musikschule Pfaffenwinkel, der Grundschule und der örtlichen Musikkapelle zustande, welche zusammen die Anschaffung der Instrumente stemmten. Ebenso gab es hierfür vom Förderverein "Kindergarten & Schule" einen Zuschuss in Höhe von 1000 Euro. Die Jungmusiker der Bläserklasse (nun Klasse 4 und 5) musizieren mittlerweile im Vororchester und werden später bei anhaltendem Ehrgeiz in die Jugendkapelle wechseln. Heuer eine gemeinsame Bläserklasse aus Dritt- und Viertklässler zu starten, wäre aus personeller Sicht und im Hinblick auf den unterschiedlichen musikalischen Stand von Anfängern und Fortgeschrittenen an einer einzügigen Grundschule nicht möglich gewesen. So wurde die Idee der Percussion-Klasse geboren, in der mit dem Glockenspiel die Töne und Intervalle und mit den Trommeln das Rhythmusgefühl gelernt werden, so Musikschulleiter Marcus Graf. Mit den grundlegenden Dingen im Gepäck, könnte dann im Folgejahr wieder eine Bläserklasse entstehen, wenn sich genügend Schüler melden und dann würde es im Wechsel so weitergehen. Bläserklassen gibt es derzeit in Apfeldorf, Bernbeuren und Schongau. Und wie Graf verrät "hat das Bernbeurer Modell auch andernorts Begehrlichkeiten geweckt". Percussion-Klassen sind für das kommende Schuljahr schon fest in Hohenpeißenberg, Lechbruck und Steingaden geplant. Dazu gehöre das Projekt finanziell vorzubereiten, die Logistik mit Lehrkräften zu planen und weiter am Konzept zu arbeiten. Auch für Graf waren diese Kooperationen Neuland und ein Stück weit Pionierarbeit. "Für alle Beteiligten ergibt sich daraus aber eine Win-Win-Situation", denn die Kinder erhielten ihren Einzelunterricht vor Ort und müssen nicht nach Schongau fahren und im besten Fall unterstütze die Musikschule dadurch auch die Nachwuchsausbildung der örtlichen Kapellen.

Rektor Thomas Eusemann ist ebenfalls ein absoluter Fürsprecher für die Zusammenarbeit. In den Grundschulen fehle es oft an ausgebildeten Musiklehrern und so könnten sich die Lehrkräfte vielleicht sogar etwas abschauen. "Zudem gibt es immer weniger AG-Stunden, um von schulischer Seite den musikalischen Bereich aufzuwerten", bedauert Eusemann. Aus pädagogischer Sicht könne so nun ein sinnvoller Anstoß gegeben werden, welcher den Ehrgeiz zum Erlernen eines Instrumentes wecken kann. In Bernbeuren hatten sich nach einem Schnuppertag erfreulicherweise jeweils mehr als die Hälfte der Klassen für den Percussion-Unterricht angemeldet. Diesen übernimmt Thomas Huppertz, welcher normalerweise Fagott und Blockflöte unterrichtet, aber insgesamt 13 Instrumente beherrscht. Die restlichen Schüler dieser Klassen haben währenddessen regulären Musikunterricht und steuern als Chor für gemeinsame Aktionen ihren Gesang bei. Dass die Percussion-Kinder zudem schon an der schulinternen Weihnachtsfeier vor vielen Eltern auftreten durften oder bei Projekten der Musikkapelle mit eingebunden werden, gebe den Nachwuchsmusikern einen enormen Schub, sind sich die drei Lehrer einig. Während die Bläserklasse am Weihnachtskonzert mitwirkte, wäre für das Percussion-Ensemble sogar ein gemeinsames Stück mit der Blaskapelle beim Frühjahrskonzert auf dem Programm gestanden. Leider musste dies wegen der Corona-Krise abgesagt werden, aber für so junge Musiker wird es im Leben sicher noch mehr Möglichkeiten geben sich auf einer Bühne zu präsentieren - wenn sie fleißig üben und dem Musizieren treu bleiben.